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HELP a child erstmals auf der Kinderwunschmesse vertreten

Hohe Frequentation und überraschend viel Interesse am Thema Adoption!

Am 9. und 10. März fanden die Kinderwunschtage in Berlin statt. Eine einzigartige Veranstaltung in Deutschland zum Thema alternative Familienplanung. Erstmals war HELP a child als staatlich anerkannte Auslandsadoptionsvermittlungsstelle mit einem Stand dort vertreten neben vielen Reproduktionsmedizinern, Kinderwunschzentren, Pharmafirmen und Experten für weltweit verfügbare Lösungen wie Samenspenden, Eizellspenden und Leihmutterschaft, Anwälten für Kinderwunschrecht sowie einer weiteren Auslandsadoptionsvermittlungsstelle.

Das Team vor Ort, Bea Garnier-Merz, Susan Wener und Angela Bräuer, waren positiv überrascht über das große Interesse, auf das in diesem Umfeld das Thema Adoption stieß.

„Unser Stand befand sich im hinteren Bereich der Messe. Auf dem Weg bis zu uns waren die Besucher schon mit persönlicher Ansprache, Verkaufsangeboten und Flyern bombardiert worden“, erzählt Susan Wener, die seit vielen Jahren mit Bea Garnier-Merz auch die Informationsseminare abhält. Das Team hatte sich entschieden, dies bewusst nicht so zu handhaben. Das wurde als sehr angenehm empfunden. Eine Besucherin gab das Feedback, dass neben den sterilen, eher kommerziell ausgerichteten Ständen aus der Ukraine, Georgien, Portugal, Spanien und Niederlande der kleine Stand von HELP als lebendig und bunt schön aufgefallen sei.

„Durchgängig waren ein bis zwei Personen oder Paare am Stand“, berichtet Angela Bräuer, die überschlagsweise schätzt, dass insgesamt 50 Interessierte beraten wurden. Die Fragen der Besucher drehten sich vor allem um die Verfahrensdauer, die Kosten und die Voraussetzungen für eine Adoption, wie z.B. um die Altersfrage und die Mindestehezeit. Bei einigen war diese noch nicht erreicht, da sie kürzlich für eine Kinderwunschbehandlung geheiratet hatten. Weitere Fragen bezogen sich auf Krankheiten und Erfahrungen, die die Kinder mitbringen würden, dann auf Themen bezüglich der Bindungsbereitschaft der Kinder und ob es möglich sei, ein adoptiertes Kind wie sein leibliches zu lieben. Auch ganz praktische Fragen zur Verständigung am Anfang wurden angesprochen. Hier konnte das Standteam aus eigenen Erfahrungen erzählen und Bedenken ausräumen.

Berichtet wurde von den Besuchern unter anderem, dass ihre Jugendämter eher zu einer Pflegefamilie raten würden und eine Auslandsadoption als einen komplizierten aussichtslosen Weg darstellen würden. „Positiv aufgefasst wurde, dass bisher nahezu alle der bei Help a child anerkannten Bewerber mit entsprechendem Sozialbericht, die das Verfahren komplett mit uns durchlaufen haben, den Traum „Familie“ verwirklichen konnten“, so Susan Wener.

Dazu schien bei ganz aussichtslosen Fällen in der Kinderwunschbehandlung der Weg der Adoption attraktiver im Vergleich zu einer Leihmutterschaft besonders bezüglich der rechtlichen, ethischen und finanziellen Implikationen. Es wandten sich außerdem einige gleichgeschlechtliche Paare an den Stand, die sehr gerne eine Adoption in Betracht ziehen würden. Aufgrund der Bestimmungen in den Herkunftsländer von HELP a child ist dies leider zur Zeit nicht möglich. In Haiti werden jedoch alleinstehende Frauen als Bewerber anerkannt. Hier zeigte sich eine große Unsicherheit bei den Frauen, ob dies überhaupt möglich ist und eine große Vorsicht, diesen Wunsch zu äußern und aktiv auf HELP zuzukommen, so dass sich hier weitere Aufklärungsarbeit lohnen würde.

Die Geschäftsführerin und erste Vorsitzende des Vereins Bea Garnier-Merz hielt am Sonntagnachmittag im Seminarbereich einen kurzen Vortrag, in dem sie die Vermittlungsstelle, den Verfahrensablauf und die Herkunftsländer vorstellte und die Begleitung von HELP a child während des Adoptionsprozesses schilderte.

Zwei Paare haben sich im Nachgang der Messe für weitere Informationen im Büro gemeldet, einige Besucher hatten sich vor Ort schon eingetragen für die Vermittlung von Kontakteltern zum weiteren Austausch und visieren eventuell das Informationsseminar im Mai an. So kann die Teilnahme an den Kinderwunschtagen als ein Erfolg gewertet werden, einerseits das Thema Adoption als mögliche Alternative bei unerfülltem Kinderwunsch bekannter zu machen und eventuell neue Adoptionseltern für diesen Weg begeistert zu haben. „Und selbst wenn nur eine Familie dazukommt, hat es sich auf jeden Fall schon gelohnt, emotional sowieso“, meint Angela Bräuer.

Am 5. und 6. Oktober wird HELP a child auch in Köln bei den Kinderwunschtagen vertreten und wieder für einen Vortag eingeplant sein.

Birgit Schweitzer